Welt Museum Wien

Verhüllt, enthüllt! DAS KOPFTUCH

Ein Stück Stoff steht im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Es ist um vieles älter als Judentum, Christentum und Islam. Lange vor diesen Religionen markierte das Kopftuch im alten Mesopotamien gesellschaftliche Unterschiede – und sein Fehlen die sexuelle Schutzlosigkeit der Frauen. Heute liegt es mit unzähligen Bedeutungen schwer beladen vor uns. Und allzu oft ist es noch das Wort eines Mannes auf dem Körper einer Frau.

Das Tuch, mit dem sich religiöse Frauen ihren Kopf, ihr Antlitz und mitunter den ganzen Körper bedecken, erhitzt die Gemüter. Doch das Gebot für Frauen, sich das Haupt zu verhüllen, ist seit Jahrhunderten ebenso Bestandteil der europäischen Kultur. Seine Geschichte reicht von den Anfängen des Christentums bis in unsere Zeit.

Während ein Teil der jungen Musliminnen sich in der Öffentlichkeit gegenüber Fremden verschleiern muss, da sie sonst als sündig und den Männern verfügbar gelten, kreieren andere eine Art Streetwear-Look, farbenfroh und frech, sexy und züchtig zugleich. Im Iran stellen sich Aktivistinnen mit offenem Haar gut
sichtbar auf belebte Kreuzungen und schwenken als Zeichen des Protests ihr Kopftuch, während sich Designerinnen im Westen an der Mode der 1950er Jahre orientieren und Vintage-Kopftücher im Programm führen. „Modest Fashion“ heißt ein Modetrend, der darum bemüht ist, weniger Haut zu zeigen. Mittlerweile ist er religionsübergreifend ein weltweites Milliardengeschäft. Und Queen Elizabeth II. trägt nach wie vor als persönliches Branding ein Kopftuch von Hermès – nicht nur, wenn sie ausreitet.

 

Fotos (c) Welt Museum Wien



Treffpunkt: 10.15 Uhr Kassenbereich Welt Museum Wien, Heldenplatz, 1010 Wien
Anschließend: geselliger Ausklang
Anmeldung bis: Mittwoch, 23. Jänner 2018
Nebenkosten: € 25,00 Eintritt und Führung
Stornobedingungen: lt. AGB



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